Krankenhaus Mara

 
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06.12.2012

Auszeichnung für Maßnahmen gegen multiresistente Erreger


Zertifiziert: Dr. Peter Schmid überreicht das MRSA-Siegel an Dr. Christiane Scherer, Dr. Thomas Krössin und Privatdozent Dr. Christian Jantos.

Für ihre Maßnahmen gegen die Verbreitung multiresistenter Erreger (MRE) sind das Ev. Krankenhaus Bielefeld (EvKB) und das Krankenhaus Mara vom MRE-Netzwerk Nordwest mit dem Qualitätssiegel MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) ausgezeichnet worden. Das Siegel wird nur an Krankenhäuser vergeben, die in 10 verschiedenen Qualitätszielen zur Verhinderung der Verbreitung von MRSA punkten. „Die intensiven Bemühungen um dieses Zertifikat haben den Blick auf das Thema erneut geschärft; und das ist eindeutig im Sinne der Patientensicherheit“, freut sich Dr. Thomas Krössin, Geschäftsführer des EvKB und des angeschlossenen Krankenhauses Mara.

„Unser Siegel ist eine Auszeichnung für die Qualität, die hier im Umgang mit MRSA erreicht wird“, erklärt Dr. Peter Schmid, stellvertretender Leiter des Bielefelder Gesundheitsamts, das fester Kooperationspartner im MRE-Netzwerk Nordwest ist. MRSA-Keime gehören zu den wichtigsten multiresistenten Krankheitserregern, die ungewollt und unbewusst durch Patienten oder Besucher von außen ins Krankenhaus hereingetragen werden und sich dort verbreiten können. Während eine Besiedlung mit diesen Keimen allein nicht gefährlich ist, steigt die Gefahr einer Infektionserkrankung, wenn das Immunsystem durch eine Krankheit geschwächt wird, wie es im Krankenhaus häufig der Fall ist. „Insbesondere bei unseren Patienten auf der Intensivstation, auf den Schlaganfallstationen und bei der geriatrischen Versorgung ist die körpereigene Abwehr häufig geschwächt und funktioniert nicht richtig“, erklärt Privatdozent Dr. Christian Jantos, Chefarzt des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Hygiene im EvKB. Erschwerend komme hinzu, dass die Erreger gegen die meisten Antibiotika unempfindlich seien.

Viele Voraussetzungen mussten für die Erlangung des Siegels erfüllt sein, wie zum Beispiel interne Fortbildungen für Pflegende und Ärzte. Standardisiert werden bereits die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Screenings bei Patienten durchgeführt, die einem erhöhten MRSA-Risiko ausgesetzt sind. „Darüber hinaus haben wir über einen festen Zeitraum jeden Patienten bei der Aufnahme auf MRSA untersucht“, berichtet Dr. Jantos. Außerdem sei jeder Patient zu Risikofaktoren befragt worden.

„Die Erkenntnisse aus dem Zertifizierungsprozess werden im Sinne eines Netzwerks anderen Einrichtungen im Gesundheitswesen zugänglich gemacht“, sagt Dr. Schmid. „Schließlich ist es unser Ziel, dass sich der Umgang mit MRSA langfristig und sektorübergreifend verbessert.“

Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Hygiene im EvKB


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