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31.01.2017

Forschungsprojekt im Epilepsie-Zentrum Bethel

Die Gefühlsverarbeitung nach Eingriffen am Schläfenlappen


Prof. Dr. Christian Bien und Prof. Dr. Johanna Kißler erforschen, warum Patienten nach einer Temporallappen-Resektion Angst in Gesichtern nicht mehr erkennen. Foto: Paul Schulz.

Die Schläfenlappen (Temporallappen) im Gehirn erfüllen bedeutende Aufgaben, unter anderem für das Wortgedächtnis und die Sprache oder auch die räumliche Erkennung und die Erfassung sozialer Regeln. Siebzig Prozent der epilepsiechirurgischen Eingriffe werden in diesem Bereich vorgenommen, denn hier entstehen Epilepsien am häufigsten.

Nach einem Eingriff erkennen Patienten oft Angst in Gesichtern nicht mehr und deuten einen furchtvollen Gesichtsausdruck anders als gesunde Menschen. Warum das so ist, wollen das Epilepsie-Zentrum Bethel und die Universität Bielefeld jetzt in einem gemeinsamen Forschungsprojekt klären. „Eine neue Seite des Temporallappens beleuchten und mehr über die Netzwerke im Gehirn lernen“, nennt Prof. Dr. Christian Bien die Ziele. Der Leiter des Epilepsie-Zentrums Bethel leitet das Projekt zusammen mit Prof. Dr. Johanna Kißler von der Fakultät für Psychologie der Universität Bielefeld.

Das anspruchsvolle Forschungsvorhaben unter dem Titel „Auswirkungen unilateraler Temporallappen-Resektionen auf die zerebrale Verarbeitung emotional-negativer visueller Reize“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Sie fördert die besten Forschungsvorhaben in Deutschland. „Die Annahmequote für Anträge wie den unseren liegt bei 10 bis 20 Prozent“, so Prof. Bien. „Deswegen sind wir sehr glücklich, dass unser Forschungsprojekt auf diese Weise Anerkennung erfährt.“


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