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25.01.2017

Mehr Hilfe für Menschen mit Behinderung im Krankenhaus

700.000 Euro für Forschungsprojekt der Fachhochschule der Diakonie


Wollen in drei Jahren gemeinsam erforschen, wie die Versorgung von Menschen mit Behinderung in Allgemeinkrankenhäusern verbessert werden kann: Christoph Schmidt (EvKB), Prof. Doris Tacke (FHdD), Stefan Juchems, Stiftung Wohlfahrtspflge NRW und Petra Ott-Ordelheide (Krankenhaus Mara).

Wenn man ins Krankenhaus muss, ist man verunsichert. Viele Patienten haben schlicht Angst. Das gilt auch und besonders für Menschen mit einer Behinderung. Die stoßen schon in ihrem Alltag oft an Barrieren, die sie mit viel Aufwand überwinden müssen. Sie sind aber genauso wie alle anderen Patienten auf Behandlungen in Allgemeinkrankenhäusern angewiesen. Das Projekt „Klinik inklusiv“ der Fachhochschule der Diakonie (FHdD) in Bielefeld-Bethel geht jetzt der Frage nach, wie die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Behinderung im Krankenhaus verbessert werden kann. Die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW fördert das Projekt mit 700.000 Euro, 77.000 Euro übernimmt die FHdD selbst.

Es geht, so Christoph Schmidt, Pflegedirektor des Krankenhauses Mara, in Deutschland um rund 1,3 Millionen Menschen, die mit einer geistigen oder seelischen Behinderung leben. Für die sei, so Schmidt, „ein Krankenhausaufenthalt ein einschneidendes, oft traumatisches Erlebnis“. Denn das auf Effizienz getrimmte System Krankenhaus sei auf diese speziellen Patienten nicht vorbereitet. Um die Möglichkeiten einer besseren Versorgung wissenschaftlich, das bedeutet systematisch und nachvollziehbar zu prüfen, haben sich nun mehrere Partner für ein Projekt zusammengetan. Die haben sich gestern zu einer Auftaktveranstaltung getroffen.

Geleitet wird das auf drei Jahre angelegte Projekt von Professorin Doris Tacke von der FHdD. Mit dabei sind das Evangelische Krankenhaus Bielefeld mit der Klinik für Neurochirurgie, das Krankenhaus Mara mit dem Zentrum für Behindertenmedizin, die hausärztliche Gemeinschaftspraxis von Winfried Thomzik und Johannes Hartmann sowie die Stiftung Eben-Ezer Lemgo und die diakonische Stiftung Ummeln.

Ausprobiert werden soll in dem Projekt, wie erfahrene Pflegeexperten aus dem EvKB und Mara wie die diplomierte Pflegewirtin Petra Ott-Ordelheide durch Besuche bei den Patienten vor einem Krankenhausaufenthalt die Belastungen senken und den Aufenthalt verbessern können. Mit standardisierten Instrumenten wird abgefragt, welchen speziellen Pflegebedarf die Patienten haben und wie der medizinische Eingriff am wirkungsvollsten gestaltet werden kann. Am Ende des Projekts soll dann ein allgemein nutzbares Schulungskonzept stehen.

Für die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW sei wichtig, so ihr Vertreter Stefan Juchems, dass „sich die Ergebnisse in das bestehende Regelsystem integrieren lassen“. Das sei die Voraussetzung dafür, dass sich die Konzepte später auch auf ganz NRW übertragen ließen. Diese praxisorientierte Perspektive teilt offenbar auch das NRW-Gesundheitsministerium, das ein „erhebliches Interesse“ an den Ergebnissen signalisiert. Die „zentrale Dimension“ sei dabei die Nutzerperspektive.

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