Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster
Ev. Krankenhaus Bielefeld
Pressearchiv
Titel:Thema Organspende

Ort:Bielefeld

Staatssekretär zeichnet EvKB aus

Das Ev. Krankenhaus Bielefeld wurde erneut für sein vorbildliches Engagement in der Organspende in der Düsseldorfer Staatskanzlei ausgezeichnet.

Staatssekretär Prof. Dr. Stefan Winter (l.) und Ulricke Wirges von der DSO überreichen die Auszeichnungsurkunde an (v.re.) Prof. Dr. Fritz Mertzlufft, Dr. Friedhelm Bach und Dr. Georg Braun.
Für das EvKB reisten die Intensivmediziner Prof. Dr. Fritz Mertzlufft, Dr. Friedhelm Bach und Dr. Georg Braun nach Düsseldorf, um die Ehrung entgegen zu nehmen. Bereits im Jahr 2005 war das EvKB das Klinikum mit den meisten Organspenden in Nordrhein-Westfalen. Jetzt wurde das Team der anästhesiologischen Klinik auch für seinen Einsatz in 2006 geehrt. Zehn Organspender verzeichnete das EvKB im vergangenen Jahr.

Auswahlkriterien für die Auszeichnung sind insbesondere der Einsatz von Transplantationsbeauftragten oder Kommunikationsteams in den Krankenhäusern, die Fortbildung des Krankenhauspersonals, die Einführung von Richtlinien für den Akutfall Organspende sowie die Umsetzung der Organspende als selbstverständlichen Teil des klinischen Versorgungsauftrags.

Seit Jahren weist die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) darauf hin, dass auch in Deutschland Patienten sterben müssen, weil keine Spenderorgane für sie gefunden werden. Derzeit warten rund 11.500 Menschen auf ein Organ. Rund 80 Prozent der Deutschen befürworten die Organspende, doch nur zwölf Prozent besitzen einen Spenderausweis.

Die Organspende unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Kriterien. Erst wenn unzweifelhaft der Hirntod festgestellt ist, kommt ein Patient für eine Organspende in Frage. Die Anästhesie- und Intensivärzte im EvKB gehen noch weiter. „Selbst wenn ein Organspenderausweis vorliegt, würden wir nie gegen den Willen der Angehörigen eine Entnahme vornehmen,“ erklären Dr. Bach und Dr. Braun, die beiden Transplantationsbeauftragten der Klinik. Druck oder gesetzliche Regelungen, so die Ärzte, führten in dieser Frage ohnehin nicht weiter. „Es braucht einfach viel mehr Aufklärung,“ so Chefarzt Prof. Mertzlufft.

Nächstenliebe und ihr Berufsethos, das seien die Hauptmotive für Ihren Einsatz. Tatsächlich erhält das Krankenhaus kein Entgelt dafür. Mit der Hirntoddiagnostik, die einer Organentnahme vorangeht, endet die Leistung der Krankenkasse. So hart es klingt: Für einen toten Patienten kommt im deutschen Gesundheitswesen niemand auf. Dennoch wird der Patient weiter gepflegt und intensivmedizinisch behandelt. Die Ärzte untersuchen der Organe, geben die Daten weiter an die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) und stellen ein Team zusammen zur Unterstützung der Chirurgen, die schnellstmöglich durch die DSO entsandt werden.

Parallel zur Entnahme der Organe wird irgendwo in Deutschland oder Europa bereits ein schwerkranker Patient auf seine Transplantation vorbereitet. Woher das Organ stammt, das die Chirurgen ihm einpflanzen, wird er nie erfahren, denn das gesamte Verfahren ist anonymisiert. Selbst die Ärzte und die Pflegekräfte im EvKB werden den Empfänger nie zu Gesicht bekommen. Sie lernen stets nur die traurige Seite der Geschichte kennen.


 

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Stand: 9.9.2010
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