Krankenhaus Mara

 
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Epilepsie Diagnostik

Diagnostik

Je mehr man über die Epilepsie-Erkrankung eines Patienten weiß, desto besser die Behandlungsmöglichkeiten und der Behandlungserfolg. Das Krankenhaus Mara hält für Menschen mit Anfallserkrankungen ein breit gefächertes Diagnostik-Spektrum bereit, um die Ursachen und Begleitfaktoren der Erkrankung genauer zu untersuchen.


Praxisorientierte Pflegediagnostik

Pflegediagnosen haben in die Gesundheits- und Krankenpflege Einzug gehalten, um den Pflegebedarf jedes einzelnen Patienten genau zu ermitteln. Sie dienen der systematischen Erfassung, Beurteilung und Beschreibung von Gesundheitsproblemen und -risiken sowie der Entwicklung von gesundheitlichen Potenzialen. Eine vereinheitlichte Fachsprache, die für Pflegekräfte und andere Berufsgruppen gleichermaßen verständlich ist, erleichtert dabei die Kommunikation.

Mit Patienten und ihren Angehörigen wird bei der Aufnahme ins Krankenhaus Mara ein ausführliches pflegerisches Aufnahmegespräch geführt. Aus diesem und den Einschätzungen im Verlauf der ersten Tage werden – möglichst gemeinsam mit dem Patienten – die Pflegediagnosen festgelegt. Die dienen als Grundlage der pflegerischen Zielsetzungen sowie einer detaillierten Behandlungsplanung, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist.


EEG

Mit Hilfe der Elektroenzephalographie (EEG) wird die elektrische Hirnaktivität aufgezeichnet. Dazu werden die Elektroden schmerzfrei auf dem Kopf befestigt. Es gibt verschiedene EEG-Methoden:

  • Standard-EEG
  • EEG mit Ableitung im Schlaf
  • Langzeit-Video-EEG
  • Mobile 24-Stunden-EEG-Aufzeichnung (z.T. auch mit Video)
  • Präoperative Video-EEG Diagnostik mit invasiven und intraoperativen Methoden, auch bei Kindern und Säuglingen.
EEG Mädchen Elektroden am Kopf
EEG Hirnaktivitäten
Ärzte bei der Visite eines Kindes

In vielen Fällen genügt die Durchführung eines Standard-EEG, das etwa eine Stunde in Anspruch nimmt. Ist außerdem die Aufzeichnung einer Schlafphase erforderlich, verlängert sich die Dauer entsprechend. Benötigt man zur Diagnose die EEG-Daten eines ganzen Tages, wird ein 24-Stunden-EEG durchgeführt. Dazu wird ein kleines Gerät am Gürtel der Patienten befestigt, das volle Bewegungsfreiheit während der Aufzeichnung gewährt. Beim Video-EEG wird der Patient gleichzeitig von einer Videokamera gefilmt. Auf dem Bildschirm werden die EEG-Kurven und das Videobild simultan nebeneinander gestellt. So können auf der Aufzeichnung der elektrischen Hirnaktivität anfallsbedingte Veränderungen mit Mimik und Bewegungen exakt verglichen werden. Wenn ein Patient nur selten Anfälle bekommt, ist eine Langzeit-Video-Überwachung sinnvoll. Diese kann sich über mehrere Tage erstrecken und wird bei Bedarf mit einem mobilen EEG gekoppelt. Nachts wird die Beobachtung mit Infrarotbeleuchtung durchgeführt, um den Schlaf des Patienten nicht zu stören.

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MRT Patient wird vorbereitet
MRT Patient in Röhre
MRT Arzt sieht sich die Aufnahmen an

MRT - Kernspintomographie

Die Magnetresonanztomographie (MRT) wird auch Kernspintomographie genannt. Diese harmlose Untersuchungsmethode ermöglicht es, sehr detaillierte Bilder vom Gehirn zu machen, um damit mögliche Ursachen von Anfällen zu finden. Bei den Aufnahmen liegt der Kopf in einer großen Röhre, die ein starkes Magnetfeld bildet. Weil das Magnetfeld den Körper komplett durchdringt, können alle Hirnschichten auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Die bildliche Darstellung macht selbst kleinste Veränderungen wie z.B. Hirnfehlbildungen, Narben, Durchblutungsstörungen oder Tumore sichtbar. Da diese Untersuchungen absolutes Stillhalten erfordert, müssen vor allem Kinder oder sehr unruhige Erwachsene sediert oder sogar narkotisiert werden. Bei der funktionellen MRT kann außerdem untersucht werden, welche Hirnareale für spezielle Funktionen (z.B. Gedächtnis, Sprache, Bewegung) zuständig sind.

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PET/SPECT

Die Positronenemissionstomographie (PET) und die Photonenemissionstomographie (SPECT) sind Schichtbilduntersuchungen des Gehirns, die den Energieverbrauch (PET) und die Durchblutung (SPECT) in verschiedenen Hirnregionen auf einem Bildschirm sichtbar machen.

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Untersuchungen des Medikamentenspiegels im Blut

In den Epilepsiekliniken Mara betreiben wir ein Labor zum Nachweis von Auto-Antikörpern. Diese Diagnostik macht es möglich, eine Reihe bisher in ihrer Ursache unverstandene Epilepsien zu verstehen. Dies ermöglicht häufig eine die Ursache dieser Epilepsie selbst bekämpfende Behandlung mit Immunmedikamenten.

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Neuropsychologische Diagnostik

Neuropsychologische Diagnostik beim Baby
Neuropsychologische Diagnostik beim Erwachsenen

Viele Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder und Jugendliche mit schwer behandelbaren Epilepsien zeigen Entwicklungsstörungen, z.B. der Wahrnehmung der Sprache oder der sozio-emotionalen Entwicklung. Lern- und Leistungsprobleme können z.B. durch Langsamkeit, Störungen der Aufmerksamkeit und Konzentration und Gedächtnis sowie durch Medikamentennebenwirkungen oder psychische Probleme entstehen. In den neuropsychologischen Untersuchungen können Ursachen und Spektrum der Störungen aufgeklärt werden. Oft lassen sich aus den Ergebnissen Therapiemöglichkeiten, Vorschläge zur Integration und zur Förderung in Kindergarten und Schule oder zum alltäglichen Umgang entwickeln.

Auch erwachsene Epilepsiekranke können an Beeinträchtigungen ihrer Leistungsfähigkeit, z.B. an Gedächtnisstörungen, Konzentrationsmangel und Aufmerksamkeitsstörungen leiden. Auch hier kann die neuropsychologische Untersuchung helfen, therapeutische und rehabilitative Maßnahmen zu begründen, die zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit geeignet sind.
In den neuropsychologischen Untersuchungen werden auch Chancen und Risiken des operativen Eingriffs für kognitive Funktionen wie Gedächtnis oder Sprache untersucht und Schlussfolgerungen z.B. für die Schullaufbahnberatung bei Kindern oder die berufliche Rehabilitation bei Erwachsenen gezogen. Übrigens: Kleinkindern und Kindern machen die neuropsychologischen Untersuchungen oft richtig Spaß, weil sie mit ansprechenden Materialien durchgeführt werden.

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Sozialanamnesen

Sozialanamnesen

In den Sozial- und Berufsanamnesen werden biographische Angaben erfasst, um sie in Bezug zu den Anfällen zu betrachten. Dazu gehörten die aktuelle Lebenssituation, Auswirkungen der Anfälle sowie der Umgang mit der Erkrankung in der sozialen Umgebung – zum Beispiel in Schule, Ausbildung, Beruf, Familie, Mobilität, Freizeit und Alltag.

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