Krankenhaus Mara

Epileptologische Forschung

Das Epilepsie-Zentrum Bethel gehört bundesweit zu den führenden Einrichtungen zur Erforschung der Epilepsien, ihren Ursachen, ihren Behandlungen und ihren sozialen Folgen. Die Forschung ist dem Nutzen der Betroffenen verpflichtet.

Im Vordergrund steht die Erforschung der Ursachen der Epilepsien, seit neuestem mit besonderem Schwerpunkt auf den entzündlichen Erkrankungen. Die Verbesserung der medikamentösen Therapie und der Epilepsiechirurgie unter besonderer Berücksichtigung von Epilepsiekranken mit psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen gehören ebenso zum Forschungskanon wie Untersuchungen zur Verbesserung der Versorgung und Beratung.

Durch Veröffentlichungen und Fortbildungen stellen wir die Forschungsergebnisse der wissenschaftlichen und der öffentlichen Diskussion. Die hohe Qualität unserer Arbeit spiegelt sich in zahlreichen nationalen und internationalen Kooperationen mit Universitäten und anderen Einrichtungen wider.

Die Epilepsieforschung in Bethel wäre ohne finanzielle Unterstützung und Spenden nicht möglich. Sie braucht daher Förderung.

Gesellschaft für Epilepsieforschung e.V.
www.epilepsieforschung.de


Das Antikörper-Labor

In den Epilepsiekliniken Mara betreiben wir ein eigenes Labor zum Nachweis von Antikörpern, durch die entzündlich bedingte Epilepsien nachgewiesen werden können. Durch dieses Diagnostikangebot kann eine Reihe von bisher in ihrer Ursache unverstandener Epilepsien aufgeklärt werden. Oft ermöglicht dies eine entzündungshemmende Behandlung zur ursächlichen Bekämpfung einer Anfallserkrankung.

Die Antikörpersuche erfolgt in einer Blutprobe, in speziellen Fällen auch im Nervenwasser des Patienten. Wir setzen die Methoden der Immunhistochemie und der Immunfluoreszenz-Mikroskopie zur Antikörper-Erkennung ein.

Hierbei geht es insbesondere um die folgenden Erkrankungen:

  • limbische Enzephalitis
  • Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis
  • anderweitig unerklärte chronische Temporallappen-Epilepsien
  • andere, noch weniger gut definierte Formen immunmediierter Epilepsien

Wir bieten diese Antikörper-Diagnostik auch für auswärtige Einsender an. Das Einsendeformular finden Sie hier zum Download:

Einsendeformular Antikörper-Labor (PDF-Datei)

Form antibody testing in Bethel, Germany (PDF-file)

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit gilt der Rasmussen-Enzephalitis. Diese Erkrankung betrifft überwiegend – aber nicht ausschließlich – Kinder. Sie führt zu einer fortschreitenden Zerstörung einer der beiden Großhirnhälften und ist meistens von epileptischen Anfällen begleitet. Die Diagnostik und Behandlung der Rasmussen-Enzephalitis wird in unserem Hause mit allen heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten angeboten.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:
Antikörper-Labor:
Tel.: 05 21 | 7 72-7 89 74 (Frau Potthoff)
Sekretariat PD Dr. Bien:
Tel.: 05 21 | 7 72-7 88 00 oder 05 21 | 7 72-7 88 71


Outcome Forschung

Patienten, die sich an das Epilepsie-Zentrum wenden, sind mit den gegenwärtigen Antiepileptika nicht optimal behandelt, d.h. es bestehen weiterhin noch Anfälle oder Nebenwirkungen der Medikamente. Inzwischen stehen wirksame Medikamente zur Verfügung, dennoch sind viele Fragen noch nicht ausreichend erforscht. Die Erforschung neuer Antiepileptika wird deshalb vom Epilepsie Zentrum Bethel unterstützt.

Ob unsere Patienten auch längerfristig in ihrer Lebensqualität von einem Aufenthalt im Epilepsie Zentrum profitieren können, ist ein wichtiger Aspekt unserer Forschung: So interessiert uns, welche Faktoren die Lebensqualität beeinflussen. Nicht nur die Wirkungen der Antiepileptika, die Wirkungen der unterschiedlichen Epilepsien, sondern auch die Wirksamkeit unserer Beratung, der Schulungs- und der Rehabilitationsprogramme stehen im Fokus.


Magnetresonanztomographie

Insbesondere durch die Magnetresonanztomographie (MRT) wurden die klinische Diagnostik und die damit verbundene Forschung stark verändert. Die MRT liefert genaue, hochaufgelöste Schichtbilder, mit denen feinste Läsionen, Malformationen und Tumore des Gehirns nachgewiesen werden können und damit u.a. Ursachen von epileptischen Anfällen erforscht werden. Untersuchungen zur Lokalisation unterschiedlichster Hirnfunktionen (z.B. Sprache, Gedächtnis, Motorik) werden u.a. mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) durchgeführt. Durch fMRT-Untersuchungen kann auf andere, die Patienten stärker belastende Diagnostik verzichtet werden.


Weitere Forschung

Die elektrophysiologischen und histologischen Untersuchungen von Hirngewebe während („intraoperative Mikrokialysen“) und nach epilepsiechirurgischen Eingriffen dienen dazu, die Rolle von Transmittern und die Kinetik von Medikamenten besser zu verstehen, und schließlich sind genetische Untersuchungen ein weiterer Schlüssel zur Erforschung der Ursachen von Epilepsien.

Und schließlich eine gute Botschaft: Körperliche Aktivität und kognitive Stimulation fördern die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus – einer Region, die für unser Gedächtnis wichtig ist. Dies ist ein Ergebnis von Forschungen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für regenerative Medizin in Dresden.

Gesellschaft für Epilepsieforschung e.V.
www.epilepsieforschung.de

Kontakt

Tel: 0521|772-77775
E-Mail: info[at]mara.de

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