Die Inklusive Medizin ist ein noch sehr junges, aber hoch relevantes medizinisches Fachgebiet. Sie richtet den Blick nicht auf einzelne Krankheitsbilder, sondern auf die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven oder komplexen Beeinträchtigungen – einer Patient:innengruppe, die im Gesundheitssystem bis heute strukturell benachteiligt ist.
Vom 4.–6. Februar 2026 kamen in Hannover-Herrenhausen erstmals Pionier:innen der Inklusiven Medizin aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem dreitägigen Scoping Workshop zusammen. Die Veranstaltung wurde durch die VolkswagenStiftung finanziert. Wissenschaftlich verantwortet wurde der Workshop von Univ.-Prof. Dr. Tanja Sappok, Professorin für das Fach Medizin für Menschen mit Behinderungen, Schwerpunkt psychische Gesundheit an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld und Klinikdirektorin der Universitätsklinik für Inklusive Medizin am Krankenhaus Mara, Univ.-Prof. Dr. Christian Brandt, Professor für das Fach Epileptologie mit Schwerpunkt Behindertenmedizin an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld und Leitender Arzt in der Universitätsklinik für Epileptologie des Krankenhauses Mara sowie Univ.-Prof. Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld.
Die Medizinische Fakultät OWL der Universität Bielefeld hat mit ihrem Forschungsschwerpunkt Medizin für Menschen mit Behinderungen und chronische Erkrankungen früh einen klaren Akzent gesetzt. Mit der ersten Professur für Inklusive Medizin in Deutschland, angesiedelt im Krankenhaus Mara – einem Fachkrankenhaus für Epileptologie und Inklusive Medizin der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel – ist Bielefeld heute ein zentraler Standort für die Entwicklung dieses neuen Fachgebiets.
Der Workshop brachte Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen, Pflegefachpersonen, Vertreter:innen von Behindertenorganisationen, Selbstvertretungen, Angehörige sowie Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zusammen. Ziel war es, gemeinsam Forschungsbedarfe zu identifizieren, prioritäre Fragestellungen zu formulieren und die Grundlagen für eine nachhaltige Forschungs- und Versorgungsstruktur zu legen – partizipativ und interdisziplinär.



