Prächirurgische Epilepsiediagnostik
Was ist eine prächirurgische Epilepsiediagnostik?
Die prächirurgische Diagnostik klärt, ob fokale epileptische Anfälle von einem behandelbaren Bereich des Gehirns ausgehen und ob dieser Bereich sicher operiert oder mit einem anderen spezialisierten Verfahren behandelt werden kann. Dafür werden Anfallsursprung, wichtige Hirnfunktionen und die persönliche Lebenssituation gemeinsam betrachtet.
Hinweis: Die Anmeldung zur prächirurgischen Diagnostik ist keine Anmeldung zur Operation. Sie entscheiden erst nach Durchführung aller Untersuchungen und ausführlicher gemeinsamer Beratung.
Wann sollte eine Epilepsieoperation geprüft werden?
Wenn fokale Anfälle trotz passend ausgewählter Medikamente fortbestehen, sollte die Möglichkeit einer operativen Behandlung frühzeitig in einem spezialisierten Zentrum geprüft werden. Maßgeblich ist nicht ein einzelner Befund, sondern die Gesamtschau aus Anfallsform, Ursache, Untersuchungsbefunden, Alltag und persönlichen Behandlungszielen.
Eine spezialisierte Prüfung ist besonders sinnvoll, wenn fokale Anfälle trotz zwei passend ausgewählter und ausreichend erprobter anfallssuppressiver Medikamente weiterbestehen.

Warum zur Station EP2A im Krankenhaus Mara?
Das epilepsiechirurgische Programm in Bielefeld-Bethel verbindet langjährige Erfahrung mit moderner Diagnostik und einer eng abgestimmten Zusammenarbeit vieler Fachrichtungen. Kinder und Erwachsene können von der ersten spezialisierten Abklärung über die Fallkonferenz und Operationsplanung bis zur Nachsorge begleitet werden.

Diagnostik: Welche Untersuchungen können sinnvoll sein?
Die Diagnostik wird individuell zusammengestellt. Zur Basis gehören Langzeit-Video-EEG, hochauflösendes MRT und Sprachlateralisation im MRT und Neuropsychologie. Je nach Fragestellung kommen moderne Bildauswertung, PET oder EEG-Quellenanalyse, eine erweiterte Sprachdiagnostik und invasive Ableitungen hinzu.
Wichtig: Ein unauffälliger MRT-Befund schließt eine weiterführende Abklärung nicht aus.


Epilepsiechirurgischer Eingriff
Chancen und Risiken persönlich abwägen
Ziel ist eine Behandlung, die Anfälle möglichst wirksam reduziert und wichtige Hirnfunktionen bestmöglich schützt. Chancen und Risiken hängen vor allem davon ab, wo die Anfälle entstehen, wie groß der betroffene Bereich ist und welche Funktionen dort liegen. Deshalb erhalten Sie keine pauschale, sondern eine persönliche Einschätzung.
Epilepsiechirurgie bei Kindern: Entwicklungschancen nutzen
Bei Kindern können häufige oder schwere Anfälle Lernen, Entwicklung und Teilhabe beeinträchtigen. Weil sich Funktionen im jungen Gehirn teilweise flexibler neu organisieren können, ist eine frühe spezialisierte Prüfung besonders wichtig. Die Diagnostik und Beratung werden an Alter und Entwicklung der Kinder angepasst.
Besonderer Schwerpunkt
Das Programm umfasst auch komplexe Verfahren wie die Hemisphärotomie bei ausgewählten Kindern.

Unterlagen prüfen lassen
Die Anmeldung zur prächirurgischen Diagnostik verpflichtet nicht zu einer Operation. Senden Sie zunächst die vorhandenen medizinischen Unterlagen, MRT-Bilder per Teleradiologie an das Evangelische Klinikum Bethel, Arztberichte als PDF per E-Mail oder als postalische Kopie. Das Team prüft, ob und welcher stationäre Aufenthalt sinnvoll ist, und stimmt die nächsten Schritte mit Ihnen oder der zuweisenden Praxis ab.
Stationäre Aufnahme
Kinder und Jugendliche bis einschl. 16 Jahre
Behandlungskoordination Kidron

Mit einem 3D-Verfahren können Chirurgen den Eingriff besonders präszise durchführen.
Medizinische Befunde, psychische Begleiterkrankungen, Alltag, Beruf, Schule und soziale Teilhabe werden zusammen betrachtet. Das Team gibt eine Empfehlung; die persönliche Entscheidung fällt nach ausführlicher Beratung.
Informationen für zuweisende Ärztinnen und Ärzte
Für eine zügige medizinische Prüfung sind eine klare Fragestellung und möglichst vollständige Vorbefunde hilfreich. Die Aufnahme erfolgt aufgrund der Indikationsstellung durch neurologische oder neuropädiatrische Fachpersonen mit epileptologischer Expertise.
- Arztberichte und Entlassungsbriefe
- MRT-Aufnahmen, möglichst auch frühere
- Anfallsbeschreibungen
- Aktuelle Medikamentenliste
- Fragebogen und Kontaktdaten
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Operation
Wann sollte die Möglichkeit einer Epilepsieoperation geprüft werden?
Eine spezialisierte Prüfung ist besonders sinnvoll, wenn fokale epileptische Anfälle trotz zwei passend ausgewählter und ausreichend erprobter anfallssuppressiver Medikamente weiterbestehen. Auch die vermutete Ursache, die Belastung im Alltag und bei Kindern mögliche Auswirkungen auf die Entwicklung werden berücksichtigt.
Diagnostik
Ist eine prächirurgische Diagnostik auch bei unauffälligem MRT sinnvoll?
Ja. Ein unauffälliger MRT-Befund schließt eine epilepsiechirurgische Behandlungsoption nicht grundsätzlich aus. Video-EEG, erneute spezialisierte Bildauswertung, PET, EEG-Quellenanalyse oder weitere Untersuchungen können zusätzliche Hinweise liefern.
Diagnostik
Bedeutet die Anmeldung zur Diagnostik, dass ich operiert werde?
Nein. Die Anmeldung dient zunächst der medizinischen Prüfung und der prächirurgischen Diagnostik. Erst nach Abschluss der erforderlichen Untersuchungen, der interdisziplinären Fallkonferenz und einer ausführlichen persönlichen Beratung wird gemeinsam entschieden, welche Behandlung empfohlen wird.
Diagnostik
Wie lange dauert die prächirurgische Diagnostik?
Die nichtinvasive Diagnostik auf der Station EP2A dauert im Phasenmodell häufig etwa acht bis zehn Tage. Ergänzende oder invasive Untersuchungen und die Zeitabstände zwischen den Aufenthalten werden individuell geplant.
Diagnostik
Welche Untersuchungen werden auf der Station EP2A durchgeführt?
Zur Basis gehören Langzeit-Video-EEG-Monitoring, hochauflösendes MRT und neuropsychologische Diagnostik. Abhängig von der Fragestellung können unter anderem PET, MRT-Nachprozessierung, EEG-Quellenanalyse, Sprach-fMRT oder invasive Ableitungen hinzukommen.
Entscheidung
Wer entscheidet, ob eine Operation empfohlen wird?
Die Befunde werden in einer interdisziplinären epileptologischen Fallkonferenz gemeinsam bewertet. Beteiligt sind je nach Fragestellung unter anderem Epileptologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Neuropsychologie, Psychiatrie, Sozialmedizin und Pflege.
Unterlagen
Welche Unterlagen werden für eine erste Prüfung benötigt?
Hilfreich sind zusammenfassende Arztberichte und Entlassungsbriefe, MRT-Aufnahmen einschließlich früherer Untersuchungen, Anfallsbeschreibungen, eine aktuelle Medikamentenliste, der ausgefüllte Fragebogen und vollständige Kontaktdaten.
Zweitmeinung
Kann ich mich auch aus einer anderen Region oder für eine Zweitmeinung melden?
Ja. Das epilepsiechirurgische Programm erhält Zuweisungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Für eine erste Einschätzung werden die vorhandenen Unterlagen geprüft; anschließend wird das weitere Vorgehen abgestimmt.
Fotogalerie
Eindrücke von der Station EP2A
Downloads Station EP2A: Epilepsiechirurgisches Programm Bethel
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Fragebogen Epilepsiechirurgisches Programm
(PDF, 286,54 KB)
Hinweis: Weitere Downloads zum Thema Epilepsie haben wir in unserem Download-Bereich für Sie zusammengestellt.
Leitung
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Dr. med. Thomas CloppenborgOberarzt, Ärztlicher Leiter prächirurgisches Video-EEG
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Dr. med. Thilo KalbhennLeitender Arzt Epilepsiechirurgie
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Dr. med. Tilman PolsterLeitender Arzt Kinder- und Jugendepileptologie mit pädiatrischer prächirurgischer Diagnostik
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Christiane Schulte-DöinghausPflegerische Stationsleitung
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Tanja WolterLeitung EEG






















